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ध्यानdhyāna · Meditation
Meditation, Mantras und der feinstoffliche Körper
Aktualisiert am 18. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 18. Oktober 2026

Kurz gesagt
In den Yoga Sutras ist Meditation (dhyāna) das siebte von acht Gliedern: Nach Haltung, Atem und Rückzug der Sinne wird die Aufmerksamkeit auf einen Punkt gerichtet (dhāraṇā), bis sie ohne Unterbrechung fließt. Beginnen Sie im Sitzen, Wirbelsäule aufrecht, fünf Minuten am Tag, mit dem Atem oder einem Mantra wie Om.
Patañjali zählt die acht Glieder des Yoga in Yoga Sutra 2.29 auf: yama, niyama, āsana, prāṇāyāma, pratyāhāra, dhāraṇā, dhyāna und samādhi. Meditation ist keine Technik, die man dem Yoga hinzufügt. Sie ist der Ort, zu dem die anderen Glieder führen.

Dhyāna, eine eigene Praxis
Das Wort ध्यान (dhyāna) kommt von der Wurzel dhyai, „betrachten, an etwas denken“. Patañjali definiert es in einer Zeile: tatra pratyayaikatānatā dhyānam (3.2), „dort ist der ununterbrochene Fluss des Geistes zu seinem Objekt Meditation“. Das „dort“ ist der Ort, der im Schritt davor gewählt wurde, in der Konzentration.
Lange vor Patañjali gab die Śvetāśvatara Upaniṣad schon praktische Anweisungen (2.8-2.10): den Körper ruhig halten, Brust, Hals und Kopf in einer Linie, die Sinne mit dem Geist ins Herz ziehen, und einen sauberen, ebenen, dem Geist angenehmen, windgeschützten Ort wählen. Wer die Upanishaden auf Deutsch lesen möchte, findet sie in der historischen Übersetzung von Paul Deussen (1897). Das ist bis heute das Grundgerüst von Meditieren lernen.
Die Stützen der Meditation
Die indischen Traditionen bieten mehrere Stützen für die Aufmerksamkeit. Sie brauchen nur eine.
| Stütze | Was Sie tun | Wo Sie beginnen |
|---|---|---|
| Der Atem | dem natürlichen Atem folgen, ohne ihn zu ändern | Meditieren lernen |
| Ein Mantra | eine heilige Formel laut, geflüstert oder still wiederholen | Mantras |
| Om | die Silbe singen oder innerlich hören | Om, die heilige Silbe |
| Ein Zentrum im Körper | die Aufmerksamkeit am Herzen, am Nabel oder zwischen den Augenbrauen ruhen lassen | die Chakren aus den Quellen |
Patañjali ist großzügig beim Objekt: yathābhimata-dhyānād vā (1.39), „oder durch Meditation über das, was einem zusagt“. Es geht nicht um das Objekt, sondern um die Stetigkeit der Aufmerksamkeit.
Anfänger, Mittelstufe, Fortgeschrittene: was Stufen hier bedeuten
Yogaschulen sprechen heute von Stufen. Die Tradition spricht eher von Anstrengung und Reife als von Graden. Patañjali sagt, der Erfolg sei nahe für die, deren Eifer stark ist, und er unterscheide sich noch, je nachdem, ob die Anstrengung mild, mittel oder stark ist (mṛdu-madhya-adhimātra, 1.21-1.22). Er sagt auch, die Übung werde erst dann fest gegründet, wenn sie lange, ohne Unterbrechung und mit Hingabe gepflegt wird (1.14).
Praktisch heißt das auf dieser Website:
- Anfänger: fünf bis fünfzehn Minuten am Tag, im Sitzen, mit dem Atem, Om oder einem kurzen Mantra; kein Anhalten des Atems.
- Mittelstufe: regelmäßiges tägliches Sitzen von zwanzig Minuten und mehr, Japa mit einer Mala, erste Schritte der Konzentration auf einen Punkt, langsam gelerntes Pranayama.
- Fortgeschritten: lange oder intensive Praxis, Retreats, Arbeit mit dem feinstofflichen Körper und Kuṇḍalinī. Die Texte behalten das der Praxis unter einer Lehrkraft vor, und wir auch.
Mantra, Klang und der feinstoffliche Körper
Dieses Kapitel behandelt auch die Klangseite der Meditation: Sanskrit-Mantras, das Gāyatrī-Mantra und Om namaḥ śivāya. Und es behandelt den feinstofflichen Körper, wie die Hatha- und tantrischen Texte ihn beschreiben: die Chakren und Kuṇḍalinī. Zwei moderne Methoden mit indischen Wurzeln haben eigene Seiten: die Transzendentale Meditation und der zehntägige Vipassana-Kurs.
In diesem Kapitel
Häufige Fragen
Wie lange sollte man als Anfänger meditieren?
Fünf bis zehn Minuten am Tag sind ein guter Anfang. Patañjali betont die Regelmäßigkeit über lange Zeit (Yoga Sutra 1.14), nicht lange Sitzungen zu Beginn.
Gehört Meditation zum Yoga oder ist sie etwas Eigenes?
In den Yoga Sutras gehört sie zum Yoga: Dhyāna ist das siebte der acht Glieder (2.29). Asanas und Atemübungen wurden gelehrt, um darauf vorzubereiten.
Brauche ich ein Mantra zum Meditieren?
Nein. Die Yoga Sutras erlauben jedes geeignete Objekt (1.39). Der Atem, Om oder ein kurzes Mantra sind in den indischen Traditionen die üblichen Stützen.
Quellen
- Patañjali, Yogasūtra, Sanskrit-Text (GRETIL, Universität Göttingen) geprüft am 18. Oktober 2026
- The Yoga Sutras of Patanjali, englische Übersetzung von Charles Johnston (1912), Project Gutenberg geprüft am 18. Oktober 2026
- Śvetāśvatara Upaniṣad, Sanskrit-Text (GRETIL) geprüft am 18. Oktober 2026
- Paul Deussen, Sechzig Upanishad's des Veda, aus dem Sanskrit übersetzt (Leipzig, 1. Aufl. 1897; Scan der 3. Aufl. 1921), Internet Archive geprüft am 18. Oktober 2026